Im Projekt Designing Artifacts for Possible Futurs ging es darum, Gestaltung nicht nur als Lösung für ein bestehendes Problem zu verstehen, sondern als Werkzeug, um Fragen zu stellen und mögliche Zukünfte sichtbar zu machen. Ausgangspunkt waren aktuelle gesellschaftliche, technologische und ökologische Entwicklungen, die von den Studierenden beobachtet, recherchiert und weitergedacht wurden. Daraus entstanden spekulative Szenarien und Artefakte, die nicht in erster Linie realistisch oder marktfähig sein mussten, sondern vor allem eine Haltung zeigen und Diskussionen anstoßen sollten.
Im Zentrum stand die Frage, wie sich gegenwärtige Tendenzen zuspitzen, verschieben oder in andere Kontexte übertragen lassen. Die Studierenden entwickelten dafür eigene Zukunftsbilder und übersetzten diese in Objekte, Systeme oder narrative Situationen. Wichtig war dabei, dass die Arbeiten nicht nur eine Idee illustrieren, sondern eine mögliche Welt andeuten, in der das jeweilige Artefakt selbstverständlich erscheint. So wurde Gestaltung zu einem Mittel, um Entwicklungen kritisch zu betrachten, Konsequenzen erfahrbar zu machen und neue Blickwinkel auf Gegenwart und Zukunft zu eröffnen.
Das Projekt war damit bewusst keine klassische Produktentwicklung. Es ging nicht darum, etwas möglichst effizient, schön oder direkt umsetzbar zu gestalten, sondern darum, mit Gestaltung Denk- und Diskussionsräume zu öffnen. Spekulative Artefakte wurden als Ausgangspunkt genutzt, um über Werte, Bedürfnisse, Machtverhältnisse, technische Abhängigkeiten oder gesellschaftliche Vorstellungen von Fortschritt nachzudenken. Gestaltung wurde hier also nicht als fertige Antwort verstanden, sondern als präzise formulierte Frage in Form eines Artefakts.