Generative Gestaltung
Dieser Kurs dreht sich um die klassischen Grundlagen der visuellen Gestaltung: Punkt, Linie, Fläche, Farbe und Form. Nagut, vielleicht kommt noch ein bisschen Typographie, Animation und Interaktion dazu, doch im Kern werden wir uns auf die basalen Elemente reduzieren. Zur gestalterischen Auseinandersetzung nutzen wir in diesem Kurs Algorithmen. Das macht Spaß, ist sehr interessant, fordert heraus, trainiert sowohl Gestaltungs- als auch Coding Skills und führt manchmal zu Lösungen und Ergebnissen, mit denen man anfangs überhaupt nicht gerechnet hätte.
Kursidee & Kursinhalte
Die erste Woche gibt Raum für die Auseinandersetzung mit grundlegenden gestalterischen Fragestellungen und Themen wie Bildorganisation, Verdichtung und Auflösung, Figur und Grund, Ordnung und Unordung, Farbe, Form, Ausrichtung, Symmetrie, Textur, Permutation, etc. Alle Kompositionen werden algorithmisch mit sehr einfachen Elementen wie Punkten oder Linien erzeugt. Dadurch findet automatisch eine Auseinandersetzung mit den Gestaltungsparametern der jeweiligen Elemente statt. Diese Parameter, wie Position, Größe, Ausrichtung, Tonwert, werden dann systematisch variiert und später an verschiedene Eingabequellen gebunden.
In der zweiten Woche spielen Eingabequellen und externe Datenquellen eine zunehmend größere Rolle, verbunden mit der Frage, wie sich mit den jeweiligen Eingabewerten interessante und vielleicht auch nutzbringende Kompositionen erzeugen lassen.
Meine Sicht auf den Kurs
Was diesen Kurs für mich besonders macht, ist genau die Spannung zwischen Idee und Umsetzung. Wir Menschen sind unglaublich gut darin, visuell zu denken. Man hat sofort Bilder im Kopf, sieht Formen, Bewegungen, vielleicht sogar ganze Abläufe vor sich.
Die eigentliche Herausforderung beginnt aber erst danach: Wie übersetzt man diese Vorstellung in Code?
Und genau das ist der Punkt, an dem Generative Gestaltung sowohl herausfordernd als auch extrem motivierend wird. Denn es ist gar nicht so trivial, eine visuelle Idee so zu formulieren, dass ein Algorithmus am Ende wirklich das erzeugt, was man sich ursprünglich gedacht hat. Oft funktioniert es nicht direkt – und genau darin liegt der Reiz. Man tastet sich Schritt für Schritt heran, justiert Parameter, verändert Logiken und wird dabei immer präziser im Denken.
Dieses Wechselspiel aus Vorstellung, Experiment und Umsetzung macht den Kurs für mich so spannend – und ehrlich gesagt auch ziemlich unterhaltsam.
Vom Bild zur Interaktion
Besonders interessant wird es durch die Verknüpfung mit Interaction Design, denn viele visuelle Ideen sind nicht statisch, sondern sie beinhalten Bewegung, Reaktion oder Veränderung. Durch diese Erweiterung geht es nicht mehr nur darum, etwas interessantes zu generieren, sondern auch darum: Wie verhält sich etwas? Wie reagiert es auf Eingaben? Wie entsteht daraus ein interaktives Erlebnis?
Die eigene Idee bekommt dadurch eine neue Dimension. Aus einer rein visuellen Vorstellung wird ein kleines System, mit dem man interagieren kann. Und genau das macht den Prozess nochmal deutlich spannender.
Skills aufbauen mit Hilfe von Aufgaben
Der Kurs selbst ist sehr klar aufgebaut und folgt einem aufgabenbasierten Ansatz. Das bedeutet: Man nähert sich dem Thema nicht nur theoretisch, sondern vor allem praktisch durch das Lösen konkreter Aufgaben. Diese Aufgaben bauen systematisch aufeinander auf, sind sehr gut dokumentiert und werden durch Videos ergänzt, sodass man sie gut nachvollziehen kann.
Am Anfang wirkt das teilweise ziemlich knifflig – aber genau das gehört dazu. Man entwickelt nach und nach ein Gefühl dafür, wie man mit Parametern, Regeln und Zufall arbeitet und wie daraus visuelle Ergebnisse entstehen.
Und fast automatisch passiert dann etwas Interessantes: Während man die Aufgaben löst, entstehen schon eigene Ideen. Man merkt, welche Themen einen besonders reizen und wo man tiefer einsteigen möchte.